Fußball ist geil. Aber nicht alles daran.
Gegen den modernen Fußball? Nein, die Autoren dieses Buchs sind für den modernen Fußball, sie lieben den Fußball. Und sie haben Strategien entwickelt, wie der Fußball mit weniger Bullshit noch besser werden kann. Infantino, Saudi-Arabien, VAR, Polizeigewalt, Hoffenheim, TV-Rechte, Bayerndominanz und die Augsburgisierung der Bundesliga nerven viele Fußballfans. Der moderne Fußball wird oft verteufelt – doch vieles daran ist großartig. Georg Haas und Bastian Roth glauben aber: Da geht noch mehr.
Dieses Buch entwirft eine positive, realistische Vision für den modernen Fußball. Kein konsumkritischer Kulturpessimismus, sondern fundierte, konkrete Vorschläge für eine bessere Zukunft des Spiels. Radikal pro Kommerz, wo er sinnvoll ist. Radikal dagegen, wo er dem Fußball als Produkt schadet.
Fußball und Entwicklungen rund um Fußball sind in Deutschland ein emotionales Thema
Es gibt in der öffentlichen Diskussion zwei große Blöcke:
Hier die Kommerzialisierer. Höher, schneller, weiter ohne Rücksicht auf Tradition. Ultras und Faninteressen werden als überromantisiert, weltfremd und naiv wahrgenommen. Zwischen verschiedenen Aspekten der Kommerzialisierung wird nicht unterschieden. „Warum denn keine Investoren?“ „Red Bull und Leverkusen leisten halt gute Arbeit.“
Dort die konsumkritischen Kommerzgegner. Gegen modernen Fußball. Veränderungen wie neue Wettbewerbe werden pauschal abgelehnt. In diesem Block drückt sich eine melancholische Vergangenheitsromantik aus. Dieses Buch besetzt eine Lücke: Die Autoren schlagen die Brücke. Ja zum Kommerz. Aber differenziert. Radikal pro Kommerz, dort wo es sinnvoll ist. Teilweise noch radikaler als es Red Bull, DFL und Super League heute selbst sehen.
Aber klare Kante gegen Kommerz dort, wo er den Fußball für kurzfristige Profite ausverkauft. Wo er langfristig dem Business Case Fußball zugunsten kurzfristiger Profitoptimierung schadet.