Wir bleiben einen Tag in Bombay und folgen der Einladung eines reichen Inders in sein
Hotel. Die Fahrt in die Stadtmitte offenbart, was ich hinter dem Bullauge im Flugzeug
bereits erahnte: Menschenmassen, Abgas verseuchte Luft, überall Autos, dazwischen
Kühe, permanentes Hupen. Ein splitternacktes Kind scheißt auf die Straße. Der Gesichtsausdruck
der Leute, die uns erblicken, ist ähnlich starr wie der von den Männern
in der Gepäckaufbewahrung. Fassungslosigkeit, Neugierde, Neid? Während der
Fahrt zum Hotel fliegen zwei Stunden dichtbesiedeltste Armut an uns vorbei, zwei Stunden
Dreck und Gestank. Auf den ersten Eindruck bedeutet Indien für mich Elend.