Philipp läuft. Laufen erfüllt ihn. Hier kann er sich finden, entfalten und loslassen. Philipp ist ein extremer Typ. Denn für Philipp gibt es nur alles oder nichts. Er wandelt immer an der Grenze: als Graffiti_Sprayer, als Podcaster, als Künstler und schließlich als Läufer. Philipp ist nicht süchtig nach Laufen, Graffiti oder Podcasts, Philipp ist süchtig nach mehr. Er ist getrieben vom »Mehr-Monster«. Und im Laufen hat er sein perfektes »Mehr« gefunden. Eine Läuferbiografie, die aus dem Rahmen fällt: ein (lauf-)verrückter Typ mit verrückten Storys!
Sein inneres „Mehr-Monster“ führt auch durch seine Biografie. Es leitet jedes Kapitel ein und taucht auch zwischendurch immer wieder auf: als Läufer, Künstler, Graffiti-Sprayer, Skateboarder, Krebspatient und Kiffer. Offen, authentisch und voller Lebensfreude erzählen die einzelnen Anekdoten von den Höhen und Tiefen eines hochspannenden Läuferlebens. Ein Buch für Läufer, Kunstinteressierte und alle „bunten Hunde“!
DER KLEINE MANN UND DAS MEHR
»As far back as I can remember, I always wanted to be a gangster.« Dieser Satz stammt nicht von mir. Er stammt von Ray Liottas Figur Henry Hill aus dem Film Good Fellas des Regisseurs Martin Scorsese. Ich wollte nie ein Gangster sein, aber andere haben in mir den Gangster gesehen...
DARF ICH MICH KURZ VORSTELLEN?
Ich bin so alt wie die Zeit selbst. Ich bin weder schlecht noch gut, sondern beides, und beides im Extremen. Viele Menschen begegnen mir nie, andere werden öfter von mir heimgesucht, als ihnen lieb ist. Wen ich einmal gebissen habe, der will mehr. Viel mehr. Immer mehr. Ich habe es geschafft, Menschen zu großartigen Erfindern zu machen, andere haben wegen mir ihr Leben in einer Bahnhofstoilette gelassen. Sie wollten noch ein letztes Mal dieses Mehr erfahren, und ihr letztes Mehr wurde durch eine Spritzenkanüle in ihre Adern gejagt und ließ sie zitternd krepieren. Ich bin der Durst, der nicht zu stillen ist. Der Hunger, den man nicht sättigen kann. Mein Biss brachte Menschen dazu, Tage und Wochen auf Knien zu sitzen und aus Streichhölzern Kathedralen zu bauen. Danach war ich meist weg und kam nie wieder. Andere wiederum rannten, nachdem sich meine Zähne in ihr Fleisch gebohrt hatten, ins Kasino und verspielten Haus und Hof. Viele Sportler haben mit meiner Hilfe Rekorde gebrochen. Berge wurden wegen mir erklommen und Tiefen durchlebt. Aber ich kann auch ganz harmlos sein, denn ich habe auch schon Schränke mit Briefmarkensammlungen gefüllt. Ich habe Leute so fett gemacht, dass sie ihr Bett nicht mehr verlassen konnten. Andere wiederum wollten mehr von Weniger und hungerten sich zu Tode. Ich bin weder eine Gabe noch ein Segen. Ich muss kein Fluch sein, und manche lernen sogar mit mir zu leben. Wenn man mich erkennt, ist das schon ein erster Schritt. ALSO: DARF‘S NOCH ETWAS MEHR SEIN?
13.03.2020 - 18:00 Uhr LIVE
#LeiderNichtLeipzig aber dafüdie Video Premiere der Lesung mit Philipp Jordan ab 18:00 Uhr auf unserem YouTube Kanal! Und das Beste: Philipp wird während der Ausstrahlung auch Live im Chat dabei sein und Eure Fragen beantworten. Schaltet ein und schaut es Euch an - wir freuen uns auf Euch!